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Vinzenz von Paul und Luise von Marillac – die Wurzeln unserer Gemeinschaft

Luise
Vinzenz

Luise von Marillac (1591-1660) stammt aus einer der vornehmsten Familien Frankreichs. 

Sie ist die Nichte von Michel von Marillac, dem Siegelbewahrer Ludwigs XIII. Louise wurde 1591 unehelich geboren und kennt das Leid des Waisenkindes. 

Mit 22 Jahren heiratet sie Antoine Le Gras, den Sekretär der Königinmutter, und wird Mutter eines Sohnes, Michel.

 

Ihre schwierige Kindheit lassen sie ein waches Auge für die leidenden Menschen in ihrer Nähe entwickeln. 

In ihnen entdeckt sie den leidenden Christus, dem sie folgen will. 

Nach dem Tod ihres Ehemannes wird sie die engste Mitarbeiterin des hl. Vinzenz von Paul. Mit ihm zusammen gründet sie 1633 die Barmherzigen Schwestern. 

 

Unter ihrer Leitung entfalten die Schwestern ein Netzwerk handfester Hilfe für die Menschen, die sonst keine Chance hätten.

 

Vinzenz von Paul sagt über sie: „Welch herrliches Bild stellt Gott ihnen vor Augen, das Sie in sich nachschaffen müssen: Ihre Demut, ihre Liebe, ihre Sanftmut, ihre Geduld im Leiden, ihren Glauben, ihre Klugheit, ihr gesundes Urteilsvermögen und ihr stetes Bemühen, ihre Handlungsweise der unseres Herren anzugleichen.“

 

 

 

 

Vinzenz von Paul wurde am 24. April 1581 als Bauernsohn in der Nähe von Pouy, dem heutigen St-Vincent-de-Paul, geboren. Von seiner Familie zum Priesterberuf bestimmt, studierte er in Dax und Toulouse Theologie. Schon im Alter von 19 Jahren wurde der strebsame junge Mann, der Karriere machen wollte, zum Priester geweiht. Er erhielt jedoch keine Pfarrstelle und hielt sich daher einige Zeit mit Gelegenheitsjobs über Wasser.
 

Nach Jahren der Sinnsuche fand Vinzenz von Paul Anfang des 17. Jh. im Dienst am Nächsten seine wahre Berufung. Als Mensch, der an keiner Not tatenlos vorbeigehen konnte und der es verstanden hat, andere für seine Sache zu gewinnen, half er der von Krieg, Seuchen und Hungersnöten gepeinigten französischen Bevölkerung. Er organisierte Volksküchen, nahm sich der Pflege und Versorgung von Kranken, Notleidenden, Bettlern, Galeerensträflingen sowie der Betreuung und Erziehung von Findelkindern an. Neben der materiellen und leiblichen Unterstützung lag ihm auch die geistige und geistliche Hilfe sehr am Herzen.

1625 gründete Vinzenz von Paul die Gemeinschaft der Missionspriester, auch Vinzentiner genannt. Acht Jahre später (1633) folgte zusammen mit Luise von Marillac die Gründung der ersten religiösen Frauengemeinschaft, die nicht hinter Klostermauern lebte, sondern als Kloster die Straßen der Stadt hatte. Luise nahm die ersten jungen Frauen in ihrer Wohnung auf, um sie für ihren Dienst auszubilden – nämlich dort zu helfen, wo die Not am größten war. Sie hießen „Töchter der christlichen Liebe, Dienerinnen der Armen“ oder nach dem Gründer schlicht „Vinzentinerinnen“.

 

Vinzenz von Paul gilt als Begründer der neuzeitlichen Caritas. Er starb am 27. September 1660 in Paris. 1729 wurde er durch Benedikt XIII. selig und 1737 durch Clemens XII. heiliggesprochen. 1885 ernannte ihn Leo XIII. zum Schutzpatron des Ordens der Barmherzigen Schwestern. Sein Leitspruch lautete: „Liebe sei Tat“.